E-Mobilität: Aussichten

Prognose für Elektrofahrzeuge

Ölgesellschaften sehen dramatische Veränderungen in Bezug auf Elektrofahrzeuge. Autohersteller sind noch zögerlich. Ölproduzenten und Forschung auf der ganzen Welt korrigieren ihre Prognosen für Elektrofahrzeuge nach oben, da die Reduzierung der Batteriekosten frühere Annahmen über das Wachstum in Frage stellt. Eine neue Studie von Bloomberg New Energy Finance zeigt, wie dramatisch sich die Schätzungen verändern. Ein unerwarteter Stimmungswandel kommt von der OPEC, die den Absatz von Elektrofahrzeugen gegenüber dem Vorjahr um 500 Prozent erhöht haben. Die OPEC ist nicht die einzige Industriegruppe, die ihre Annahmen zum Wachstum revidiert. BNEF-Forscher beobachten eine Reihe von radikalen Veränderungen bei den Projektionen.

Die Internationale Energieagentur hat ihre Schätzung zum weltweiten Verkauf von Elektrofahrzeugen mehr als verdoppelt. Inzwischen erwarten Exxon, BP und Statoil, dass zwischen 2030 und 2035 weltweit mindestens 100 Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein werden. Bis zum Jahr 2040 sollen 530 Millionen Elektroautos verkauft werden, was etwa einem Drittel des Marktes entspricht. Im Frühjahr veröffentlichte Morgan Stanley eine Analyse, die voraussagte, dass Elektroautos innerhalb von zwei Jahrzehnten benzinbetriebenen Autos überholen würden.

Die Erwartungen der Ölkonzerne stehen im Einklang mit einer aktuellen Analyse von Wood Mackenzie. Laut derer wird der Verkauf von Elektroautos bis 2035 auf 100 Millionen ansteigen und bis zu 2 Millionen Barrel Öl pro Tag einsparen. In einer anderen Analyse prognostizierte Wood Mackenzie, dass allein die Verkäufe des Tesla Model 3, den Benzinbedarf in den USA um 300.000 Barrel pro Tag senken würden. Ein extremes Szenario besagt, dass Elektroautos bis 2035 85 % aller Neuwagenverkäufe ausmachen könnten.

Der Grund ist: Batteriekosten

Während Politik und Verbraucherverhalten schwer vorherzusagen sind, sinken die Batteriekosten schnell. Ursprüngliche Vorhersagen zu Kosten für Lithium-Ionen-Batterien für 2030 sind bereits unterschritten. Und da weltweit zehn große Batteriefabriken in Entwicklung sind, dürften die Batteriekosten und -preise die neuen Projektionen noch übertreffen.

Eine weniger optimistische Gruppe von Unternehmen: Autohersteller

Laut BNEF planen die größten Autohersteller bis 2030 nur 8 Millionen Elektroautos pro Jahr zu verkaufen. Elon Musk, der Gründer und Chef von Tesla, trotzt diesem Trend. Im Jahr 2017 bot er seine eigene Vorhersage über das Wachstum von Elektroautos an. „Wahrscheinlich ist in 10 Jahren mehr als die Hälfte der Neuwagenproduktion in den Vereinigten Staaten elektrifiziert. Die Hälfte der Produktion werden EVs sein. Ich denke, dass fast alle produzierten Autos autonom fahren werden“, sagte er im Gespräch mit Mitgliedern der National Governors Association. Vor ein oder zwei Jahren hätte das wie eine kühne Vorhersage geklungen. Heute ist es im Einklang mit dem, was führende Analysten und Ölkonzerne glauben. Wenn Musks Voraussagen genauso wahr werden wie ein Kabrio im Weltraum, dann ist durchaus alles möglich.

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