Erfinder – die Pioniere

Geniale Ingenieure

Die Prämisse für die Ingenieure war: „Ein Auto ist wie ein Karren mit einem eingebauten Pferd – eine pferdelose Kutsche, die kein Gras frisst, behuft ist oder einen dampfenden Dreckhaufen hinterlässt, wo immer es hingeht.“ Die Fragestellung war also: Wie kann man die Kraft eines galoppierenden Pferdes in einen kleinen, zuverlässigen Motor zwingen? Diese Aufgabe beschäftigte die besten Köpfe ihrer Zeit. Experimente mit Dampf waren ein erster Versuch. Doch obwohl Dampfmaschinen mit Kohleantrieb sich hervorragend zum Betreiben von Zügen eigneten, waren sie bei Autos weniger gut angebracht. Abgesehen von einer beträchtlichen Maschine, musste man einen kleinen Berg an Kohle und einen Wassertank mit sich führen. Techniker suchten nach besseren Treibstoffen und kompakteren Motoren:

  • Christiaan Huygens (1629-1695) aus Holland inspirierte viele Ingenieure. Er machte diverse astronomische Entdeckungen, begründete die Wahrscheinlichkeitsrechnung, erfand die erste Pendeluhr, eine musikalische Klaviatur und entdeckte, dass sich Licht wie eine Welle fortbewegt. Im späten 17. Jahrhundert hatte Huygens die Idee für einen Motor, der durch das Explodieren von Schießpulver in einer Röhre Strom produzierte. Leider war die Technologie allgemein noch nicht so weit fortgeschritten, um diese Maschine zu bauen.
  • Nicolas Leonard Sadi Carnot (1796-1832) war ein französischer Physiker, der 1824 das Handbuch zur Fahrzeugtechnologie, „Reflections on the Motive Power of Fire“, schrieb. Es war eine erste, konkrete Erklärung dafür, wie Motoren funktionieren, wie sie Kraft umsetzen und wie sie noch effektiver sein können. Carnots Ideen gelten noch heute als brillant, aber sie wurden erst 100 Jahre nach dem Bau der ersten Dampfmaschinen veröffentlicht.
  • Joseph Étienne Lenoir (1822-1900), ein französisch-belgischer Ingenieur, experimentierte in den 1850er Jahren it Strom. Dies war der nächste Schritt. Zu seiner Zeit wurden Straßenlaternen mit offenen Gasflammen beleuchtet. Lenoir fragte sich, was wohl passieren würde, wenn er etwas von diesem Straßenlampengas mit einem elektrischen Funken in einer Metalldose entzünden könnte. Seine „Zündkerze“ – wie das Prinzip heute genannt wird – ließ das Gas mit einem Schlag explodieren und bewegte dadurch einen Kolben. Eine mehrfache Wiederholung dieses Vorgangs konnte eine Maschine betreiben. Die Gasmotoren Lenoirs erreichten 1,5 Pferdestärken und wurden bald zu Dutzenden gebaut. Im Jahr 1863 befestigte Lenoir einen solchen Motor an einem dreirädrigen Wagen und fertigte damit ein erstes, simples Automobil an. Eine 18 Kilometer lange Fahrt damit dauerte ganze 11 Stunden, das war viermal länger als man für die gleiche Strecke zu Fuß benötigt. Lenoir starb in Armut. Seine Motoren, obwohl revolutionär, waren bald veraltet. Gas war zwar sauberer als Kohle, aber unpraktisch. Es bestand sogar die Gefahr, dass es explodierte und Menschen gefährdete.